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Speaker auf Marketing-Konferenzen: Wie du auf die großen Marketing-Bühnen kommst

Marin Niehues·10 Min. Lesezeit

Auf eine große Marketing-Konferenz kommst du mit einem Fallbeispiel, das messbare Ergebnisse zeigt, und am leichtesten gemeinsam mit einem Kunden aus einem werbetreibenden Unternehmen. Viele große Marketing-Bühnen besetzen ihr Programm zu großen Teilen über Einladung und Partnerschaften, und ihre offenen Calls richten sich vor allem an unabhängige Fachleute und an die Seite der Werbetreibenden. Für Agenturen und Dienstleister führt der Weg deshalb über gemeinsame Vorträge, über Fachkonferenzen mit offenem Komitee und über die Marketing-Programmteile der Branchen, in denen ihre Kunden arbeiten. Dieser Beitrag erklärt die Konferenzarten, die Regeln der Veranstalter und die Themen, die angenommen werden.

Laptop mit Onlineplattform auf dem Klapptisch eines Flugzeugsitzes am Fenster

Auf eine große Marketing-Konferenz kommst du mit einem Fallbeispiel, das messbare Ergebnisse zeigt, und am leichtesten gemeinsam mit einem Kunden aus einem werbetreibenden Unternehmen. Viele große Marketing-Bühnen besetzen ihr Programm zu großen Teilen über Einladung und Partnerschaften, und ihre offenen Calls richten sich vor allem an unabhängige Fachleute und an die Seite der Werbetreibenden. Für Agenturen und Dienstleister führt der Weg deshalb über gemeinsame Vorträge, über Fachkonferenzen mit offenem Komitee und über die Marketing-Programmteile der Branchen, in denen ihre Kunden arbeiten. Dieser Beitrag erklärt die Konferenzarten, die Regeln der Veranstalter und die Themen, die angenommen werden.

Welche Arten von Marketing-Konferenzen gibt es?

Marketing-Konferenzen lassen sich in vier Arten ordnen: große Fachmessen mit Kongress, spezialisierte Fachkonferenzen zu einzelnen Disziplinen, Festivals mit breitem Programm und die Marketing-Programmteile von Branchenkonferenzen. Sie unterscheiden sich darin, wer im Saal sitzt und wie das Programm entsteht, und beides entscheidet darüber, ob ein Auftritt Kunden bringt.

Große Fachmessen wie die DMEXCO in Köln verbinden eine Ausstellung von Werbetechnologie und Agenturen mit einem Konferenzprogramm auf mehreren Bühnen. Ein großer Teil der Sprechplätze geht an Partner und eingeladene Gäste aus Unternehmen und Medien. Die DMEXCO betreibt daneben einen Call for Speakers, also eine offene Bewerbung für Vortragsplätze, der sich ausdrücklich an unabhängige Stimmen und an Fachleute aus werbetreibenden Unternehmen richtet. Speaker aus Anbieterunternehmen erscheinen laut Veranstalter nur dann im Programm, wenn ihr Unternehmen registrierter Partner ist.

Spezialisierte Fachkonferenzen behandeln eine Disziplin in der Tiefe, etwa Suchmaschinenmarketing, Content, Marketing-Automatisierung oder Analytics. Ein Beispiel ist die SMX München, die nach eigenen Angaben jeden Vortrag einzeln auswählt und angenommenen Speakern Rückmeldung zum Entwurf ihrer Präsentation gibt. Solche Konferenzen besetzen ihr Programm zu einem größeren Teil über offene Bewerbungen, und ihr Publikum besteht aus Fachleuten, die eine bestimmte Aufgabe besser lösen wollen. Festivals mit breitem Programm mischen Bühnenshow, Masterclasses und Partnerformate und vergeben ihre großen Bühnen fast ausschließlich über Einladung.

Die vierte Art wird von Agenturen am häufigsten übersehen. Konferenzen für Maschinenbau, Gesundheitswirtschaft, Handel oder Finanzdienstleistungen haben oft eigene Programmteile zu Marketing und Vertrieb. Dort sitzen die Marketingleiterinnen und Marketingleiter einer einzigen Branche, die nach Partnern für ihre nächste Kampagne oder ihren nächsten Relaunch suchen.

Die Zahlen stammen aus unseren eigenen Einreichungen für Kunden und aus unserer Auswertung von 2.415 Konferenzen, die für 2026 Vortragsplätze öffentlich ausschreiben. Der Vorlauf von 50 Tagen ist der Median, große Messen und Festivals schließen ihre Calls deutlich früher.

Warum Werbetreibende auf Marketing-Bühnen Vorrang haben

Werbetreibende haben auf Marketing-Bühnen Vorrang, weil sie das Publikum anziehen, für das Aussteller und Partner bezahlen. Ein Werbetreibender ist ein Unternehmen, das Marketing einkauft und Werbung schaltet, im Unterschied zu den Agenturen, Technologieanbietern und Medien, die ihm Leistungen verkaufen. Auf großen Marketing-Konferenzen stellen die Anbieter einen erheblichen Teil der Teilnehmenden, und ein Veranstalter, dessen Bühnen nur Anbieter zeigen, verliert die Unternehmen, um die sich die Ausstellung dreht.

Daraus folgen die Regeln, die viele Agenturen als Hürde erleben. Offene Calls bevorzugen Speaker von der Seite der Werbetreibenden, Anbieter kommen über Partnerpakete ins Programm, und jede Einreichung mit erkennbarer Verkaufsabsicht fällt im ersten Durchgang heraus. Ein Programmkomitee, also die Gruppe, die alle Einreichungen liest und das Programm zusammenstellt, prüft deshalb bei Agenturen besonders streng, ob der Vortrag Wissen vermittelt oder Leistungen anpreist. Wo das Publikum diese Grenze zieht, beschreibt der Beitrag Fachvortrag oder Werbevortrag.

Der stärkste Weg für Agenturen ist deshalb der gemeinsame Vortrag mit einem Kunden. Die Marketingleiterin eines Unternehmens berichtet, was sich durch ein Projekt verändert hat, und die Agentur erklärt die Methode dahinter. Das Komitee bekommt damit die Stimme eines Werbetreibenden, das Publikum einen Bericht aus der Praxis und die Agentur eine Bühne, auf der ihr Kunde für sie spricht. Wie Agenturinhaber über Vorträge Neukunden gewinnen, beschreibt der Beitrag über die Speaker-Agentur für Inhaber von Marketing- und Digitalagenturen.

Welche Themen nehmen Komitees auf Marketing-Konferenzen an?

Komitees auf Marketing-Konferenzen nehmen Themen an, die ein aktuelles Problem mit einem messbaren Ergebnis aus einem echten Projekt verbinden. Ein Abstract, also die kurze Beschreibung des geplanten Vortrags, überzeugt, wenn es Ausgangslage, Vorgehen und Zahlen nennt, etwa die Veränderung der Kosten je Anfrage, der Sichtbarkeit in der Suche oder der Abschlussquote im Vertrieb. Allgemeine Trendvorträge über die Zukunft des Marketings lehnen Komitees ab, weil sie davon die meisten bekommen.

Gefragt sind derzeit Erfahrungsberichte zum Einsatz von KI in der Content-Produktion und in der Kampagnensteuerung, mit offenen Angaben dazu, was funktioniert hat und was nicht. Ein zweites großes Feld ist die Sichtbarkeit in generativer Suche, also die Frage, wie Unternehmen in den Antworten von KI-Assistenten auftauchen, wenn Kunden dort statt in einer Suchmaschine fragen. Ebenso gefragt sind die Messbarkeit von Kampagnen unter strengeren Einwilligungsregeln, Retail Media, also Werbung auf den Plattformen von Händlern, und B2B-Marketing im Zusammenspiel mit dem Vertrieb.

Die Spezialkonferenzen lesen dabei technischer als die großen Messen. Eine Suchmaschinenkonferenz erwartet Daten, Tests und Vorgehen in einer Tiefe, die Fachleute im Saal am nächsten Tag selbst anwenden können. Auf einer großen Messe zählen eher die Strategie und die Wirkung auf das Geschäft, weil dort Führungskräfte aus Marketing und Unternehmensleitung zuhören.

Wo sitzen die Kunden von Agenturen und Marketing-Beratern?

Die Kunden von Agenturen und Marketing-Beratern sitzen dort, wo Marketingverantwortliche aus Unternehmen einer bestimmten Branche zusammenkommen, und das sind oft die Branchenkonferenzen mit Marketing-Programmteil. Eine große Marketing-Messe bringt Sichtbarkeit in der Szene, und ein großer Teil der Gespräche danach findet mit anderen Anbietern statt. Auf einer Konferenz für die Lebensmittelindustrie dagegen sitzen dreißig Marketingleiterinnen und Marketingleiter, die dieselben Fragen haben und Partner suchen, die ihre Branche kennen.

Diese Bühnen verlangen einen eigenen Zuschnitt. Ein Vortrag über generative Suche lautet auf einer Handelskonferenz anders als auf einer Konferenz für Industriezulieferer, und jede Fassung braucht Beispiele aus der jeweiligen Branche. Viele dieser Konferenzen besetzen ihr Programm über direkte Anfragen beim Veranstalter, andere über einen Call for Papers, also die öffentliche Ausschreibung, mit der eine Konferenz Vortragsvorschläge einsammelt. Wie dieses Verfahren abläuft, erklärt der Leitfaden zum Call for Papers.

Wer mehrere Branchen bedient, braucht damit mehrere Fassungen seines Vortrags, eine Liste der passenden Konferenzen je Branche und einen Überblick über Fristen, die sich über das ganze Jahr verteilen. Neben dem Kundengeschäft einer Agentur ist das der Teil, der zuerst liegen bleibt.

Wer bringt dich auf die passenden Marketing-Bühnen?

Eine Speaker-Agentur für Expertinnen und Experten bringt dich auf die Marketing-Bühnen, auf denen deine Kundschaft sitzt, und übernimmt dafür die Arbeit zwischen Idee und Zusage. Diese Arbeit übernimmt Stage Starter für dich: Wir finden die passenden Calls, schreiben die Einreichung und reichen ein. Dazu gehören der Zuschnitt deines Vortrags auf Fachkonferenzen und Branchenbühnen, die Ansprache von Veranstaltern ohne offenen Call und das Nachfassen bis zur Entscheidung. Du lieferst dein Fachwissen und deine Fallbeispiele und gibst Vortrag und Abstracts frei.

Bei unseren Einreichungen für Kunden kommen wir auf bis zu 19 Prozent Zusagen je Konferenz, marktüblich sind bei dieser Menge an Einreichungen höchstens 5 Prozent. Grundlage sind 2.189 eingereichte Abstracts, von denen 94 der 1.374 entschiedenen angenommen wurden, und rund 22.700 Konferenzen in unserer Datenbank. Die Chance auf mindestens eine Zusage bei n Einreichungen mit der Quote p liegt bei 1 − (1 − p)^n, und bei fünfzehn Konferenzen ergibt das mit 5 Prozent rund 54 Prozent, mit 19 Prozent rund 96 Prozent. Eine Zusage kann keine Agentur garantieren, darüber entscheidet das Programmkomitee.

Was kostet ein Sprechplatz auf einer Marketing-Konferenz?

Ein Sprechplatz über einen offenen Call kostet dich nichts außer Vorbereitung und Reise, und ein Platz als Teil eines Partner- oder Sponsorenpakets kostet schnell 10.000 Euro und mehr für einen einzigen Vortragsplatz. Auf großen Marketing-Messen ist der gekaufte Platz besonders verbreitet, weil Partnerschaften dort einen festen Teil der Bühnenzeit umfassen. Gesponserte Sessions sind im Programm oft nicht gekennzeichnet und stehen für das Publikum neben den ausgewählten Vorträgen. Wann sich ein solcher Platz rechnet, behandelt der Beitrag Sponsored Talk und Pay to Speak.

Agenturen und Beraterinnen fahren mit der Auswahl durch ein Komitee besser, weil unabhängige Fachleute dem Vortrag damit Glaubwürdigkeit verleihen. Ein einziger Auftrag aus einem Auftritt ist mehr wert als ein Partnerpaket und als jede Gage, die ein Veranstalter zahlen könnte.

Häufige Fragen

Wie werde ich Speaker auf einer Marketing-Konferenz?

Speaker auf einer Marketing-Konferenz wirst du über einen offenen Call for Speakers, über eine direkte Anfrage beim Veranstalter oder über ein Partnerpaket. Entscheidend ist ein Fallbeispiel mit messbarem Ergebnis, das ohne Werbung für die eigene Leistung auskommt. Agenturen erhöhen ihre Chancen deutlich, wenn sie gemeinsam mit einem Kunden einreichen.

Kann ich als Agentur auf der DMEXCO sprechen?

Auf der DMEXCO erscheinen Speaker aus Anbieterunternehmen laut Veranstalter nur im Programm, wenn ihr Unternehmen registrierter Partner ist. Der offene Call for Speakers richtet sich an unabhängige Fachleute und an Werbetreibende. Ein gemeinsamer Vortrag mit einem Kunden aus einem werbetreibenden Unternehmen ist für Agenturen deshalb der naheliegende Weg.

Welche Marketing-Konferenzen haben einen Call for Speakers?

Viele spezialisierte Fachkonferenzen zu Suche, Content oder Analytics haben einen offenen Call, ebenso einzelne Bühnen der großen Messen. Festivals vergeben ihre großen Bühnen fast ausschließlich über Einladung. Branchenkonferenzen mit Marketing-Programmteil besetzen ihr Programm teils über Calls, teils über direkte Anfragen.

Welche Themen kommen auf Marketing-Konferenzen gut an?

Gut an kommen Erfahrungsberichte mit Zahlen, etwa zum Einsatz von KI in Content und Kampagnensteuerung, zur Sichtbarkeit in generativer Suche und zur Messbarkeit unter Einwilligungsregeln. Gefragt sind auch Retail Media und das Zusammenspiel von B2B-Marketing und Vertrieb. Allgemeine Trendvorträge haben die geringsten Chancen.

Wird man als Speaker auf Marketing-Konferenzen bezahlt?

Speaker aus einem offenen Call bekommen auf Marketing-Konferenzen meist kein Honorar, oft aber ein freies Ticket. Honorare zahlen Veranstalter vor allem für eingeladene Keynotes, und die Spannen reichen von 1.000 bis 3.000 € für Einsteiger bis zu 15.000 bis 50.000 € und mehr für Prominenz. Für Agenturen ist ein Auftrag aus dem Publikum mehr wert als jede Gage, wie der Beitrag über Speaker-Honorar und Gage zeigt.

Lohnt sich eine Marketing-Konferenz, wenn meine Kunden keine Marketer sind?

Eine Marketing-Konferenz lohnt sich für dich, wenn im Saal die Menschen sitzen, die deine Leistung einkaufen. Verkaufst du an Geschäftsführungen oder Vertriebsleitungen, sind Branchenkonferenzen und Vertriebsbühnen die passenderen Orte. Für Marketingdienstleister mit Kunden aus einer Branche sind die Marketing-Programmteile dieser Branche oft ergiebiger als eine große Messe.

Wie früh muss ich für eine Marketing-Konferenz einreichen?

Für eine Marketing-Konferenz reichst du meist einige Monate vor dem Termin ein. In unserer Auswertung liegen zwischen dem Ende eines Calls und dem Konferenzbeginn im Median 50 Tage, und große Messen schließen ihre Calls deutlich früher. Wer erst bei der Veröffentlichung des Programms von einer Konferenz erfährt, wartet auf die nächste Ausgabe.

Welche Fachkonferenzen und Branchenbühnen zu deinen Fallbeispielen und deinen Wunschkunden passen, besprechen wir in einem Erstgespräch.

Marin Niehues

Marin Niehues

Marin Niehues ist Management-Berater und internationaler Speaker. Mit Niehues Consulting begleitet er Organisationen von Scaleups bis DAX40-Konzernen, auf der Bühne hat er über 100 internationale Konferenzeinladungen gesammelt.

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