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Mit Konferenzauftritten in KI-Antworten auftauchen: ChatGPT, Perplexity und Google

Marin Niehues·10 Min. Lesezeit

Konferenzauftritte bringen deinen Namen in KI-Antworten, weil Konferenzprogramme, Speakerseiten und Aufzeichnungen fremde Quellen sind, die deinen Namen mit einem Thema verbinden. ChatGPT, Perplexity und die KI-Zusammenfassungen von Google stellen ihre Antworten aus Webseiten und Trainingsdaten zusammen und nennen dabei Fachleute, die auf unabhängigen Seiten zu einem Thema vorkommen. Die Programmseite einer Fachkonferenz ist eine solche Seite, geschrieben von einem Dritten, mit Datum und Ort. Dieser Beitrag zeigt, welche Spuren ein Auftritt hinterlässt, was die Forschung zur Sichtbarkeit in generativen Antworten sagt, wie sich GEO von SEO unterscheidet und wie du prüfst, ob KI-Assistenten dich nennen.

Mann hält lächelnd sein Namensschild

Konferenzauftritte bringen deinen Namen in KI-Antworten, weil Konferenzprogramme, Speakerseiten und Aufzeichnungen fremde Quellen sind, die deinen Namen mit einem Thema verbinden. ChatGPT, Perplexity und die KI-Zusammenfassungen von Google stellen ihre Antworten aus Webseiten und Trainingsdaten zusammen und nennen dabei Fachleute, die auf unabhängigen Seiten zu einem Thema vorkommen. Die Programmseite einer Fachkonferenz ist eine solche Seite, geschrieben von einem Dritten, mit Datum und Ort. Dieser Beitrag zeigt, welche Spuren ein Auftritt hinterlässt, was die Forschung zur Sichtbarkeit in generativen Antworten sagt, wie sich GEO von SEO unterscheidet und wie du prüfst, ob KI-Assistenten dich nennen.

Wie wird man in ChatGPT als Experte genannt?

In ChatGPT wirst du als Experte genannt, wenn dein Name auf mehreren unabhängigen Seiten zusammen mit deinem Thema steht, und Programmseiten von Konferenzen gehören zu den stärksten solcher Seiten. ChatGPT nennt Personen auf zwei Wegen: aus Seiten, die es während der Antwort live im Netz abruft, und aus dem, was es beim Training gelesen hat. Programmseiten von Konferenzen wirken auf beiden Wegen, weil sie öffentlich und datiert sind.

Stell dir vor, ein Geschäftsführer fragt ChatGPT, wer im deutschsprachigen Raum zu Lieferkettenrisiken im Mittelstand spricht. Das System sucht nach Seiten zu dieser Frage, fasst sie zusammen und nennt die Quellen, auf die es sich stützt. Perplexity arbeitet grundsätzlich mit Live-Suche und zeigt seine Quellen als nummerierte Verweise. Die KI-Übersichten von Google, die AI Overviews, stützen sich auf den Suchindex von Google und verlinken die Seiten, aus denen sie zitieren. Welche Seiten ein System im Einzelnen auswählt, legt kein Anbieter offen.

Beobachten lässt sich, dass eine Antwort auf die Frage nach Fachleuten Namen braucht, und Namen findet das System dort, wo sie zusammen mit einem Thema stehen. Auf deiner eigenen Website steht beides, aber du hast es selbst geschrieben. Auf der Programmseite einer Konferenz steht es, weil ein Veranstalter dich in sein Programm aufgenommen hat, und damit ist es eine Aussage über dich, die ein Dritter mit Datum und Ort versehen hat. Wie du deine eigenen Kanäle für die Suche aufstellst, beschreibt der Beitrag Als Speaker im Netz gefunden werden.

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?

SEO bringt eine Seite in die Trefferliste einer Suchmaschine, GEO bringt Inhalte und Namen in die Antwort eines generativen Systems. Generative Engine Optimization, kurz GEO, bezeichnet die Aufbereitung von Inhalten, damit KI-Systeme sie aufnehmen und zitieren. Der Begriff stammt aus der Forschung zu generativen Suchsystemen und hat sich seit 2024 in der Branche durchgesetzt.

Beide Disziplinen hängen zusammen, denn Systeme mit Live-Suche greifen auf Suchindizes zurück, und eine Seite, die gut gefunden wird, wird häufiger gelesen. Sie unterscheiden sich im Maßstab: SEO misst Positionen und Klicks, GEO misst, ob ein Name oder eine Aussage in der Antwort erscheint. Für Expertinnen und Experten folgt daraus eine eigene Logik, weil ein System eine Person umso eher nennt, je mehr unabhängige Quellen sie mit einem Thema verbinden.

Was die Forschung über Sichtbarkeit in KI-Antworten zeigt

Eine viel beachtete Forschungsarbeit hat getestet, wie sich Änderungen am Text einer Webseite darauf auswirken, ob generative Suchsysteme die Seite in ihre Antwort aufnehmen. Gemessen wurde die relative Sichtbarkeit der Seite in Testantworten, in einem Versuchsaufbau mit eigener Messgröße.

Benannte Quellen steigerten die Sichtbarkeit in den Versuchen ebenfalls, während das Hineinpressen von Suchbegriffen sie senkte. Untersucht wurden Textmerkmale, und übertragen auf Konferenzprogramme ergibt sich: Antwortmaschinen bevorzugen konkrete, belegte Aussagen mit benannter Herkunft. Eine Programmseite besteht aus solchen Angaben, denn sie nennt, wer wann in welchem Raum worüber spricht. Eine Selbstbeschreibung mit Superlativen bietet einem System dagegen wenig, was es zitieren könnte.

Welche Spuren ein Auftritt hinterlässt

Ein Auftritt beginnt mit einem Abstract, der kurzen Beschreibung des geplanten Vortrags, die du einer Konferenz im Call for Papers einreichst. Der Call for Papers ist die öffentliche Ausschreibung, mit der eine Konferenz Vortragsvorschläge einsammelt, und über Zusage oder Absage entscheidet das Programmkomitee, das Gremium des Veranstalters, das das Programm zusammenstellt.

Nach einer Zusage entstehen mehrere Seiten. Die Programmseite nennt dich mit Titel und Beschreibung deines Vortrags, und viele Veranstalter lassen frühere Jahrgänge online, sodass sie über Jahre auffindbar bleibt. Häufig kommt eine eigene Speakerseite mit Foto und Bio dazu, die deinen Namen mit deiner Firma und deinem Fachgebiet verbindet. Nach der Konferenz folgen Aufzeichnungen, soweit der Veranstalter sie veröffentlicht, mit Beschreibungstexten oder Transkripten, und für ein textbasiertes System ist der Text rund um ein Video verlässlicher lesbar als das Video selbst. Nachberichte von Teilnehmern kommen hinzu, die du weder schreibst noch kontrollierst. Wie die Bio dabei wirkt, steht im Beitrag Was eine Speaker-Bio leisten muss, denn Veranstalter übernehmen sie oft fast unverändert.

Wie aus Spuren eine Nennung wird

Ein System, das mehrere Seiten liest, nennt einen Namen mit größerer Wahrscheinlichkeit, wenn er auf unabhängigen Seiten mit demselben Thema vorkommt. Eine einzelne Programmseite ist eine Spur, während mehrere Programmseiten verschiedener Konferenzen über zwei Jahre ein Muster ergeben, das sich schwer als Zufall lesen lässt. Dein Name sollte dafür überall gleich geschrieben stehen, mit demselben Titel und derselben Firma, und das Thema sollte in jeder Quelle ähnlich benannt sein. Wer bei jeder Einreichung ein anderes Etikett wählt, verteilt die Spuren auf viele Begriffe.

Pay to Speak bringt in diesem Zusammenhang weniger, als es kostet. Dabei kauft ein Redner einen Sprechplatz, meist als Teil eines Sponsorenpakets, und dafür werden schnell 10.000 Euro und mehr für einen einzigen Vortragsplatz fällig. Gesponserte Vorträge sind im Programm oft nicht gekennzeichnet, und für den Preis entsteht trotzdem nur eine einzelne Spur auf einer einzigen Programmseite. Bezahlte Plätze ordnet der Beitrag Sponsored Talk und Pay to Speak im Einzelnen ein.

Warum diese Spuren Vorlauf brauchen

Ein Konferenzauftritt entsteht über offene Calls, und die enden weit vor der Konferenz. In unserer Auswertung von 2.415 Konferenzen, die für 2026 Vortragsplätze öffentlich ausschreiben, liegen zwischen Einreichungsschluss und Konferenzbeginn im Median 50 Tage, im Durchschnitt 65 Tage. In diese Zeit fallen die Wochen bis zur Entscheidung und das Erscheinen der Programmseite, während Aufzeichnung und Nachberichte erst nach der Konferenz folgen.

Bei unseren Einreichungen für Kunden kommen wir je Konferenz auf bis zu 19 Prozent Zusagen, weil wir je Konferenz mehrere Abstracts einreichen und eine Zusage genügt, während marktüblich bei dieser Menge an Einreichungen höchstens 5 Prozent zu erwarten sind. Je Abstract sind es rund 7 Prozent. Wie sich solche Quoten zusammensetzen, erklärt der Beitrag Wie hoch ist die Annahmequote bei Call for Papers?. Ein Muster aus mehreren Programmseiten entsteht demnach über Monate und aus einer größeren Zahl von Einreichungen, und diese Menge übernimmt eine Agentur.

Wie prüfe ich, ob KI-Assistenten mich nennen?

Du prüfst das, indem du die Fragen stellst, die deine Kundschaft stellen würde, und die Antworten in festen Abständen festhältst. Gemeint sind Fragen wie „Wer sind Expertinnen und Experten für Lieferkettenrisiken im Mittelstand?“ oder „Wer spricht in Deutschland über Preisstrategie im B2B?“, gestellt in ChatGPT, Perplexity, Gemini und in der Google-Suche mit KI-Übersicht. Nutze dafür ein Konto ohne Verlauf oder ein privates Browserfenster, weil personalisierte Antworten das Ergebnis verfälschen.

Halte je Frage und System fest, ob dein Name erscheint und welche Quelle das System dazu nennt. Einmal im Monat genügt, denn Antworten schwanken von Abfrage zu Abfrage, und erst die Reihe über mehrere Monate zeigt eine Richtung. Die genannten Quellen sind dabei der wertvollste Teil der Auswertung, weil sie zeigen, welche Seiten ein System für dein Thema heranzieht.

Was eine Agentur bei der Sichtbarkeit übernimmt

Die Arbeit hinter diesen Spuren ist umfangreicher, als sie von außen aussieht. Jemand muss das Vortragsthema so schneiden, dass ein Programmkomitee Nutzen für sein Publikum erkennt. Danach folgen Abstracts und Konferenzsuche, Formulare, die sich von Konferenz zu Konferenz unterscheiden, und schließlich das Nachfassen.

Diese Arbeit übernimmt Stage Starter für dich: Wir finden die passenden Calls, schreiben die Einreichung und reichen ein. Danach fassen wir nach und begleiten dich bis zur Bühne. Von dir brauchen wir dein Fachwissen und eine einmalige Freigabe von Vortrag und Abstracts vor dem Start, und weil wir alle Einreichungen aus einer Hand schreiben, lauten Name und Thema überall gleich. Die Zusammenarbeit startet ab 990 € netto im Monat, und wer vorher einen schriftlichen Fahrplan möchte, beginnt mit dem Speaker Audit ab 2.000 € netto, der bei Buchung der Agentur angerechnet wird. Wie der Weg zum Speaker insgesamt verläuft, beschreibt der Leitfaden Speaker werden.

Häufige Fragen

Wie werde ich in ChatGPT erwähnt?

ChatGPT nennt dich, wenn dein Name auf mehreren unabhängigen Seiten zusammen mit deinem Thema steht. Das System greift dafür auf Seiten zu, die es live abruft, und auf das, was es beim Training gelesen hat. Programmseiten von Konferenzen und Speakerseiten wirken auf beiden Wegen.

Was ist Generative Engine Optimization?

Generative Engine Optimization, kurz GEO, bezeichnet die Aufbereitung von Inhalten, damit generative Suchsysteme sie in ihre Antworten aufnehmen. In Versuchen steigerten wörtliche Zitate die Sichtbarkeit einer Seite um rund 40 Prozent, Statistiken und benannte Quellen halfen ebenfalls. Das Stopfen von Suchbegriffen senkte sie.

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?

SEO bringt eine Seite in die Trefferliste einer Suchmaschine, GEO bringt Inhalte und Namen in die Antwort eines KI-Systems. SEO misst Positionen und Klicks, GEO misst Nennungen und Zitate. Beide hängen zusammen, weil KI-Systeme mit Live-Suche auf Suchindizes zurückgreifen.

Wie prüfe ich, ob KI-Assistenten mich nennen?

Du stellst einmal im Monat die Fragen deiner Kundschaft in ChatGPT, Perplexity, Gemini und der Google-Suche mit KI-Übersicht, in einem privaten Fenster ohne Verlauf. Je Frage hältst du fest, ob dein Name erscheint und welche Quellen genannt werden. Erst die Reihe über mehrere Monate zeigt eine Richtung.

Welche Quellen nutzt ChatGPT für seine Antworten?

ChatGPT nutzt seine Trainingsdaten und bei aktivierter Websuche Seiten, die es während der Antwort abruft und als Quellen verlinkt. Für Fragen nach Fachleuten zählen vor allem Seiten Dritter, die einen Namen mit einem Thema verbinden. Konferenzprogramme gehören ebenso dazu wie Fachartikel.

Wie werde ich in Google AI Overviews oder Perplexity genannt?

Die AI Overviews von Google stützen sich auf den Google-Suchindex, Perplexity sucht bei jeder Frage live im Netz. Beide nennen Seiten, die eine Frage konkret und belegt beantworten. Programmseiten von Konferenzen, die deinen Namen mit deinem Thema verbinden, gehören zu den Quellen, die beide Systeme finden.

Wie lange dauert es, bis ein Auftritt in KI-Antworten sichtbar wird?

Zwischen Einreichungsschluss und Konferenz liegen in unserer Auswertung im Median 50 Tage, und die Programmseite erscheint meist schon vor der Konferenz. Aufzeichnung und Nachberichte folgen danach. Ein Muster aus mehreren Auftritten entsteht über Monate, und jeder weitere Auftritt verstärkt es.

Wenn du wissen willst, auf welchen Fachkonferenzen dein Thema Spuren hinterlassen würde, klären wir das im Erstgespräch.

Marin Niehues

Marin Niehues

Marin Niehues ist Management-Berater und internationaler Speaker. Mit Niehues Consulting begleitet er Organisationen von Scaleups bis DAX40-Konzernen, auf der Bühne hat er über 100 internationale Konferenzeinladungen gesammelt.

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