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Call for Papers & Einreichung

Wie hoch ist die Annahmequote bei Call for Papers? Zahlen aus über 2.000 Einreichungen

Marin Niehues·10 Min. Lesezeit

Die Annahmequote beim Call for Papers liegt marktüblich bei höchstens 5 Prozent, bei unseren Einreichungen für Kunden bei bis zu 19 Prozent je Konferenz. Je einzelnem Abstract wird bei uns rund jedes vierzehnte angenommen, das sind etwa 7 Prozent. Ein Abstract ist der Vortragsvorschlag, den du im Call for Papers einreichst, also in der öffentlichen Ausschreibung, mit der eine Fachkonferenz ihr Programm zusammenträgt. Die Zahlen stammen aus 2.189 Abstracts, die wir für Kunden eingereicht haben, und aus den 1.374 davon, über die bereits entschieden ist. Dieser Beitrag erklärt, wie sich die beiden Quoten unterscheiden und was sie bewegt, und rechnet daraus die nötige Menge an Einreichungen aus.

Marin Niehues mit Headset-Mikrofon spricht auf einer Bühne vor Publikum.

Die Annahmequote beim Call for Papers liegt marktüblich bei höchstens 5 Prozent, bei unseren Einreichungen für Kunden bei bis zu 19 Prozent je Konferenz. Je einzelnem Abstract wird bei uns rund jedes vierzehnte angenommen, das sind etwa 7 Prozent. Ein Abstract ist der Vortragsvorschlag, den du im Call for Papers einreichst, also in der öffentlichen Ausschreibung, mit der eine Fachkonferenz ihr Programm zusammenträgt. Die Zahlen stammen aus 2.189 Abstracts, die wir für Kunden eingereicht haben, und aus den 1.374 davon, über die bereits entschieden ist. Dieser Beitrag erklärt, wie sich die beiden Quoten unterscheiden und was sie bewegt, und rechnet daraus die nötige Menge an Einreichungen aus.

Wie hoch ist die Annahmequote bei einem Call for Papers?

Marktüblich sagen bei der Menge an Einreichungen, die ein planbarer Betrieb braucht, höchstens 5 Prozent zu, und bei unseren Einreichungen für Kunden kommen wir auf bis zu 19 Prozent Zusagen je Konferenz. Für Fachkonferenzen im Geschäftsumfeld gibt es keine übergreifende Statistik zur Annahmequote; einzelne Veranstalter nennen ihre eigenen Zahlen, ein Marktwert fehlt. Was im Netz kursiert, stammt meist aus dem Peer Review wissenschaftlicher Fachzeitschriften, und dort gelten andere Regeln als bei einer Konferenz, die Fachleute für ihr Programm sucht. Wir haben deshalb in unseren eigenen Daten nachgesehen.

Von den 2.189 Abstracts, die wir für Kunden eingereicht haben, sind 1.374 entschieden, die Konferenz hat also zugesagt oder abgesagt. Angenommen wurden 94, abgelehnt 1.280. Daraus ergeben sich rund 7 Prozent Annahme je Abstract, anders gesagt etwa jedes vierzehnte. Auf der Ebene der Konferenzen haben 83 von 433 entschiedenen Konferenzen mindestens einem Abstract zugesagt, das ist etwa jede fünfte.

Wie hoch ist die Quote bei großen Tech-Konferenzen im Vergleich zu kleinen Fachkonferenzen?

Bei großen Tech-Konferenzen liegt die Annahmequote im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, bei kleineren Fachkonferenzen und auf dem direkten Mailweg liegt sie nach unserer Erfahrung höher. Ein Veranstalter, der seine Zahlen offenlegt, ist die Cloud Native Computing Foundation: Für die KubeCon + CloudNativeCon Europe 2025 in London meldete sie 2.947 Einreichungen bei einer Annahmequote von 8 Prozent, für die Ausgabe 2023 in Amsterdam 1.768 Einreichungen und 11 Prozent.

Kleinere Fachkonferenzen erhalten weniger Einreichungen, weil ihr Call ein engeres Publikum anspricht, und oft entscheiden dort die Organisatoren selbst. Eine mittelgroße Konferenz erhält nach unserer Erfahrung schnell 300 Einreichungen, eine kleine Branchenkonferenz deutlich weniger. Wie viele Plätze das Programm für den offenen Call vorsieht, entscheidet jede Konferenz selbst, denn Keynotes, Sponsorenplätze und Einladungen werden ohne Call vergeben.

Was zählt als entschiedenes Abstract?

Als entschieden zählt ein Abstract, sobald die Konferenz zugesagt oder abgesagt hat. Zwischen Einreichung und Entscheidung vergehen oft Wochen, und Abstracts, deren Konferenz noch nicht geantwortet hat, stehen deshalb nicht in den 1.374. Eine Quote, die auch offene Fälle als Absage zählt, fiele deutlich niedriger aus, obwohl ein Teil dieser Abstracts noch angenommen wird. Die Quelle aller Werte sind unsere eigenen Einreichungen für Kunden.

Warum die Quote je Konferenz höher ist als je Abstract

Die beiden Quoten messen verschiedene Dinge. Je Abstract zählt jeder einzelne Vortragsvorschlag, je Konferenz zählt eine Zusage, sobald die Konferenz mindestens einen Vorschlag angenommen hat. Reicht ein Experte bei derselben Konferenz mehrere Abstracts ein, etwa zu verschiedenen Themensträngen oder in verschiedenen Formaten, zählen bei der Abstract-Quote alle einzeln mit, bei der Konferenzquote nur der Treffer.

Ein Beispiel macht den Abstand sichtbar. Reichst du bei einer Konferenz drei Abstracts ein und eines wird angenommen, steht in der Abstract-Quote eine Annahme neben zwei Ablehnungen, während die Konferenz als Zusage zählt. In unseren Zahlen stehen 94 angenommene Abstracts neben 83 zugesagten Konferenzen, einige Konferenzen haben also mehr als ein Abstract genommen.

Für die Planung brauchst du beide Zahlen. Die Quote je Abstract sagt, wie viele Texte geschrieben werden müssen, und die Quote je Konferenz zeigt, bei wie vielen Veranstaltern du im Rennen sein musst, um einen Auftritt zu bekommen. Für die Akquise zählt der Auftritt, und deshalb plant man den Kalender mit der Konferenzquote.

Wie erhöhe ich meine Annahmequote?

Die Annahmequote steigt mit der Passung zwischen Thema und Konferenz, mit einem Titel, der im Stapel auffällt, und mit der Menge an Einreichungen. An diesen Größen wird eine Einreichung gewonnen oder verloren, und wer sie systematisch bearbeitet, hebt seine Quote über den Marktwert.

Ein Programmkomitee, also die Gruppe aus Organisatoren und oft ehrenamtlichen Fachleuten, die über das Programm entscheidet, bewertet jeden Vorschlag im Vergleich zu allen anderen im selben Themenstrang. Ein guter Vortrag im falschen Strang scheitert an einer Konferenz, bei der er nie hätte landen sollen. Die meisten Einreichungen scheitern an dieser Passung oder daran, dass sie nach Produktpräsentation klingen. Was Komitees suchen, beschreibt der Beitrag Was ein Programmkomitee sucht.

Am Titel entscheidet sich, ob ein Abstract Aufmerksamkeit bekommt, denn das Komitee liest in kurzer Zeit sehr viele Vorschläge. Er lässt Thema und Nutzen für das Publikum erkennen, und das gelingt selten beim ersten Entwurf. Die Menge wirkt über die Wahrscheinlichkeit: Weil jede Konferenz in ihrem eigenen Zeitfenster entscheidet und die Quote je Abstract einstellig bleibt, entsteht ein Auftritt erst aus einer größeren Zahl von Einreichungen, und bei wenigen Einreichungen verschiebt eine einzelne Zusage oder Absage schon die ganze Quote.

Nachfassen wirkt dort, wo eine Konferenz ohne offenen Call über direkte Anfragen besetzt wird, und nach einem verstrichenen Entscheidungstermin. Während der Begutachtung eines offenen Calls ändert eine Nachricht an der Bewertung nichts, wie der Beitrag Nachfassen nach dem Call for Papers zeigt.

Wie viele Einreichungen braucht ein Auftritt?

Im Mittel steht bei rund 7 Prozent je Abstract nach vierzehn Abstracts eine Annahme, und für fünf Annahmen braucht es rund siebzig. Wer eine Zusage sicher einplanen will, rechnet mit deutlich mehr, denn bei n Einreichungen mit der Quote p liegt die Chance auf mindestens eine Annahme bei 1 − (1 − p)^n. Nach vierzehn Abstracts sind das erst rund 64 Prozent, und über 90 Prozent liegt die Chance ab 32 Abstracts.

Auf Ebene der Konferenzen führt dieselbe Formel zu einem ähnlichen Bild. Bei 19 Prozent je Konferenz ergibt sich bei fünf Konferenzen eine Chance von rund 65 Prozent auf mindestens eine Zusage, bei elf Konferenzen von rund 90 Prozent und bei zwanzig von über 98 Prozent. Bei marktüblichen 5 Prozent liegt dieselbe Chance bei zwanzig Konferenzen nur bei rund 64 Prozent, und gut jede dritte solche Runde endet ohne Zusage.

Dazu kommt die Zeit. Entscheidungen fallen nach dem Einreichungsschluss, und in unserer Auswertung von 2.415 Konferenzen, die für 2026 Vortragsplätze öffentlich ausschreiben, liegen im Median 50 Tage zwischen Einreichungsschluss und Konferenzbeginn. Eine zu kleine Menge an Einreichungen fällt deshalb meist erst auf, wenn der Kalender für die nächsten Monate schon leer ist. Wie das gesamte Verfahren von der Ausschreibung bis zur Bühne läuft, zeigt der Leitfaden zum Call for Papers.

Was das für dich neben dem Tagesgeschäft heißt

Du leitest eine Beratung, arbeitest als Freelancer oder führst ein Unternehmen, und die Bühne soll dir B2B-Kunden bringen. Für eine Handvoll Auftritte im Jahr brauchst du bei diesen Quoten rund siebzig Abstracts, verteilt auf viele Konferenzen, jede mit eigenem Formular und eigener Frist. Jedes Abstract verlangt Passung zur Konferenz und einen Titel, der auffällt, und dazu kommen die Pflege der Fristen und das Nachfassen über Monate, in denen dein Tagesgeschäft ebenfalls Aufmerksamkeit braucht. In Arbeitstagen ausgedrückt steht diese Rechnung im Beitrag Selbst einreichen oder Speaker-Agentur.

Diese Arbeit übernimmt Stage Starter für dich: Wir finden die passenden Calls, schreiben die Einreichung und reichen in deinem Namen ein, fassen nach und begleiten dich bis auf die Bühne. Die Quoten in diesem Beitrag stammen aus dieser Arbeit für unsere Kunden. Von dir kommen das Fachwissen und die Freigabe von Vortrag und Abstracts. Die Zusammenarbeit startet ab 990 € netto im Monat, und im Speaker Audit ab 2.000 € netto klären wir vorher, für welche Konferenzen dein Thema geeignet ist. Eine Zusage kann keine Agentur garantieren, darüber entscheidet das Programmkomitee.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Annahmequote bei einem Call for Papers?

Marktüblich liegt sie bei der Menge an Einreichungen, die ein planbarer Betrieb braucht, bei höchstens 5 Prozent. In unseren eigenen Einreichungen für Kunden sagen bis zu 19 Prozent der Konferenzen zu, je einzelnem Abstract sind es rund 7 Prozent. Große Tech-Konferenzen mit Tausenden Einreichungen melden Quoten um 8 bis 11 Prozent.

Wie viele Einreichungen bekommt eine Konferenz auf einen Call for Papers?

Große Tech-Konferenzen erhalten Tausende Einreichungen, die KubeCon + CloudNativeCon Europe 2025 etwa 2.947. Eine mittelgroße Konferenz erhält nach unserer Erfahrung schnell 300, kleine Branchenkonferenzen deutlich weniger. Je enger das Publikum, desto kleiner das Bewerberfeld.

Wie viele Abstracts werden bei einer Konferenz angenommen?

Jede Konferenz legt das selbst fest, nach der Zahl der Plätze, die ihr Programm für den offenen Call vorsieht. In unseren Zahlen wird je Abstract etwa jedes vierzehnte angenommen. Einige Konferenzen nehmen mehr als ein Abstract derselben Person, denn 94 angenommene Abstracts stehen 83 zugesagten Konferenzen gegenüber.

Wie oft muss ich einreichen, bis ich eine Zusage bekomme?

Im Mittel steht bei rund 7 Prozent nach vierzehn Abstracts eine Annahme, die Chance auf mindestens eine liegt dann aber erst bei rund 64 Prozent. Über 90 Prozent erreicht sie ab 32 Abstracts. Auf Konferenzebene sind bei 19 Prozent rund elf Konferenzen nötig, um auf 90 Prozent zu kommen.

Darf ich dasselbe Abstract bei mehreren Konferenzen einreichen?

Dasselbe Abstract darfst du bei mehreren Konferenzen einreichen, so arbeitet jeder Einreichungsbetrieb. Angepasst wird es an Formular und Publikum der jeweiligen Konferenz. Wird es mehrfach angenommen, sprichst du die Termine mit den Veranstaltern ab.

Woran scheitern die meisten Einreichungen?

Die meisten Einreichungen scheitern an der Passung zum Themenstrang oder daran, dass sie nach Produktpräsentation klingen. Ein schwacher Titel kostet die Aufmerksamkeit des Komitees, bevor es das Abstract liest. Dazu kommt die Menge, denn bei einer Quote im einstelligen Bereich scheitern auch gute Vorschläge.

Was kann ich nach einer Absage tun?

Eine Absage ist bei diesen Quoten der häufigste Ausgang einer Einreichung und sagt wenig über den Vortrag aus. Dasselbe Abstract geht danach an die nächste passende Konferenz. Den Umgang damit beschreibt der Beitrag Ich wurde als Speaker abgelehnt.

Stückzahl als Planungsgröße

Wer die Quoten kennt, plant seine Bühnenarbeit in Stückzahlen und liest eine Absage als einen der erwartbaren Ausgänge auf dem Weg zur nächsten Annahme. Wie viele Einreichungen für deine Ziele nötig sind und wer sie schreibt und nachhält, klären wir in einem Erstgespräch.

Marin Niehues

Marin Niehues

Marin Niehues ist Management-Berater und internationaler Speaker. Mit Niehues Consulting begleitet er Organisationen von Scaleups bis DAX40-Konzernen, auf der Bühne hat er über 100 internationale Konferenzeinladungen gesammelt.

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