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Podcast-Gast oder Konferenzbühne: was bringt B2B-Experten mehr?

Marin Niehues·10 Min. Lesezeit

Für B2B-Experten bringt die Konferenzbühne mehr Aufträge, weil Entscheider dort direkt nach dem Vortrag ansprechbar sind, während ein Podcast-Auftritt schneller zu haben ist und Sichtbarkeit schafft. Als Podcast-Gast sprichst du in einem Gespräch zu Hörern, die dir zu einem beliebigen Zeitpunkt und allein zuhören. Auf einer Fachkonferenz, also einer Veranstaltung, auf der Fachleute einer Branche Vorträge zu ihrem Berufsfeld hören, sitzt dein Publikum gemeinsam in einem Raum und spricht dich danach an. Dieser Beitrag stellt beide Wege nach Reichweite und Aufwand gegenüber und zeigt die Kosten sowie die Reihenfolge, in der sie sich verbinden lassen.

Podcast-Mikrofon an einem Schwenkarm

Für B2B-Experten bringt die Konferenzbühne mehr Aufträge, weil Entscheider dort direkt nach dem Vortrag ansprechbar sind, während ein Podcast-Auftritt schneller zu haben ist und Sichtbarkeit schafft. Als Podcast-Gast sprichst du in einem Gespräch zu Hörern, die dir zu einem beliebigen Zeitpunkt und allein zuhören. Auf einer Fachkonferenz, also einer Veranstaltung, auf der Fachleute einer Branche Vorträge zu ihrem Berufsfeld hören, sitzt dein Publikum gemeinsam in einem Raum und spricht dich danach an. Dieser Beitrag stellt beide Wege nach Reichweite und Aufwand gegenüber und zeigt die Kosten sowie die Reihenfolge, in der sie sich verbinden lassen.

Bringt ein Podcast-Auftritt als Experte Kunden?

Ein Podcast-Auftritt bringt Kunden, wenn die Hörer zu deiner Zielgruppe gehören, und er wirkt dabei vor allem über Bekanntheit und Vertrauen. Ein Podcast-Auftritt ist ein aufgezeichnetes Gespräch, das ein Gastgeber mit dir führt und später als Folge veröffentlicht. Die Hürde ist niedrig, denn viele Branchenpodcasts suchen laufend Gäste, und du schreibst die Redaktion direkt an. Zwischen Anfrage und Aufnahme vergehen oft nur wenige Wochen, und die Aufnahme dauert eine Stunde oder weniger an deinem Schreibtisch. Eine Folge bleibt abrufbar und dient bei einer späteren Anfrage als Hörprobe.

Das Publikum setzt dem Podcast eine Grenze. Wer eine Folge hört, tut das beim Pendeln oder nebenbei am Schreibtisch und bleibt anonym. Du erfährst nicht, wer zugehört hat, und die Hörer können dir keine Frage stellen. Entscheidend ist der Anteil deiner Zielgruppe unter den Hörern, und der ist bei kleinen Branchenpodcasts oft höher als bei reichweitenstarken. Deshalb lohnt der Blick auf die Hörerschaft mehr als der Blick auf die Abrufzahlen, und eine Redaktion beantwortet die Frage, wer zuhört, in der Regel gern.

Was ein Vortrag auf der Konferenzbühne leistet

Ein Vortrag auf einer Fachkonferenz bringt dich mit Entscheidern ins Gespräch, die sich bewusst für dein Thema entschieden haben. Er setzt voraus, dass ein Programmkomitee, also die Gruppe, die bei einer Konferenz über die Vorträge entscheidet, deinen Vorschlag auswählt. Konferenzen sammeln Vorschläge meist in einem Call for Papers ein, der öffentlichen Ausschreibung ihrer Vortragsplätze. Ein Vorschlag besteht aus Titel und Bio sowie einem Abstract, der kurzen Beschreibung des Vortrags. Zwischen Einreichungsschluss und Konferenzbeginn liegen nach unserer Auswertung von 2.415 Konferenzen, die für 2026 Vortragsplätze öffentlich ausschreiben, im Median 50 Tage, und zwischen Idee und Bühne vergeht deshalb oft ein halbes Jahr.

Dafür bekommst du etwas, das ein Podcast nicht bietet. Dein Publikum hat sich für diese Konferenz Zeit genommen und sein Thema selbst gewählt, oft samt bezahlter Reise und bezahltem Eintritt. Die Auswahl durch das Programmkomitee wirkt dabei als Empfehlung, denn wer auf der Bühne steht, gilt als jemand, den Fachleute für relevant halten. Nach dem Vortrag geht das Publikum in die Pause und kommt zu dir. Hier entstehen die Gespräche, auf die ein B2B-Vertrieb zielt, und warum dieser Kanal so gut funktioniert, beschreibt Warum die Fachkonferenz als Vertriebskanal so gut funktioniert.

Aus einem gut passenden Auftritt entstehen nach unserer Erfahrung rund fünf ernsthafte Gespräche, daraus zwei Termine, und aus jedem dritten Termin wird bezahlte Arbeit. Für einen Podcast-Auftritt gibt es keine vergleichbare Kennzahl, weil sich Hörer und Gespräch kaum verbinden lassen.

Was bringt mehr Aufträge, ein Vortrag oder ein Podcast?

Ein Vortrag auf einer Fachkonferenz bringt im B2B mehr Aufträge, weil das Publikum im selben Raum sitzt und dich direkt ansprechen kann. Im B2B kauft selten eine Person allein: Bei komplexen Käufen entscheiden Fachleute aus mehreren Funktionen gemeinsam, das sogenannte Buying Center, und die Erhebungen zum Kaufprozess zeigen übereinstimmend, dass Käufer nur einen kleinen Teil ihrer Kaufreise im Gespräch mit Anbietern verbringen, mit allen Anbietern zusammen. Die übrige Zeit informieren sie sich selbst. Wie ein solches Gremium arbeitet, erklärt Buying Center im B2B.

Beide Formate setzen an diesem Selbststudium an, jedoch an verschiedenen Stellen. Der Podcast gehört in die Phase, in der jemand sich ein Thema erschließt: Ein Abteilungsleiter hört dich und merkt sich den Namen, was dir nützt, sobald dieser Name auf einer Liste möglicher Anbieter erscheint. Die Konferenz gehört in die Phase, in der jemand ein konkretes Problem hat und mit einem Menschen reden möchte, der es lösen kann. Er hört deinen Vortrag, stellt eine Frage und vereinbart oft noch am selben Tag einen Termin.

Aufwand und Kosten im Vergleich

Für einen Podcast brauchst du ein Thema, ein kurzes Profil für Redaktionen und etwas Geduld bei den Anfragen. Für eine Konferenz brauchst du zusätzlich einen Vortrag für ein Fachpublikum, Abstracts, die ein Programmkomitee überzeugen, und eine Liste passender Konferenzen. Die Quote zeigt den Umfang der Arbeit: Von 1.374 entschiedenen Abstracts aus unseren eigenen Einreichungen für Kunden wurden 94 angenommen, rund 7 Prozent. Je Konferenz kommen wir auf bis zu 19 Prozent Zusagen, weil oft mehrere Abstracts an dieselbe Konferenz gehen und eine Zusage genügt, während marktüblich bei dieser Menge an Einreichungen höchstens 5 Prozent zu erwarten sind.

Auf der Kostenseite stehen beim Podcast kaum Ausgaben, solange du als eingeladener Gast sprichst. Daneben gibt es bezahlte Gastplätze, das Pay to Play: Vor allem im US-Markt verlangen kleinere Shows einige hundert bis rund zweitausend Dollar je Folge, große Podcasts fünfstellige Beträge, und ein Fachpublikum hört solche Folgen als Werbung. Eine Konferenz kostet Reisetage, bei einem eintägigen Auftritt in einer anderen Stadt zwei, mit weiter Anreise oder Vorabend drei, dazu kommt die Vorbereitung. Die Posten führt Was kostet ein Konferenzauftritt? auf. Bei Pay to Speak verkauft ein Veranstalter den Vortragsplatz, und dafür werden schnell 10.000 Euro und mehr für einen einzigen Vortragsplatz fällig. Ein gekaufter Platz ist im Programm oft gekennzeichnet, und das Fachpublikum hört ihn als Werbung.

Wird man als Podcast-Gast oder Speaker bezahlt?

Als Podcast-Gast wirst du in der Regel nicht bezahlt, und auch Fachkonferenzen mit Call for Papers zahlen ausgewählten Referenten meist kein Honorar. Honorare zahlen Veranstalter vor allem für Keynotes und Firmenveranstaltungen: Einsteiger erhalten in Deutschland etwa 1.000 bis 3.000 € je Vortrag, etablierte Experten 3.000 bis 6.000 €, bekannte Keynote-Speaker 6.000 bis 15.000 €, Prominenz 15.000 bis 50.000 € und mehr. Die Stufen und ihre Verhandlung beschreibt die Säule Speaker-Honorar und Gage.

Für B2B-Experten zählt eine andere Rechnung, denn ein einziger Auftrag aus einem Vortrag ist mehr wert als jede Gage. Hat ein Mandat bei dir einen Wert von 30.000 €, übertrifft schon ein gewonnener Kunde das Einsteigerhonorar um ein Vielfaches. Stage Starter bringt Expertinnen und Experten deshalb auf Fachbühnen, auf denen ihre Kundschaft sitzt.

Podcast-Gast oder Vortrag: welcher Weg zu welcher Ausgangslage passt

Ein Podcast passt, wenn du gerade erst anfängst, dich als Experte zu zeigen, und ein Thema hast, über das du ohne Folien eine halbe Stunde sprechen kannst. Aus einer Folge lassen sich Zitate für LinkedIn ziehen, und die Aufnahme zeigt dir, welche Fragen Zuhörer stellen. Wie sich weitere Kanäle gegen die Konferenzbühne schlagen, zeigt Webinar, Messe, LinkedIn oder Konferenzbühne.

Die Konferenzbühne passt, wenn du Kunden gewinnen willst, die ein konkretes Problem haben und zahlen können. Das trifft auf Berater und Dienstleister zu, deren Angebot erklärungsbedürftig ist und deren Kaufentscheidung mehrere Personen betrifft, denn für sie zählt das Gespräch mehr als die Reichweite. Vier bis sechs Auftritte im Jahr decken den Anteil, den die Bühne an der Akquise übernimmt, im ersten Jahr sind ein bis drei realistisch.

Wie sich beide Wege verbinden lassen

B2B-Experten fahren am besten, wenn sie beide Wege in fester Reihenfolge nutzen. Zuerst entsteht der Vortrag, denn aus ihm werden das Abstract, das Gesprächsthema für Podcasts und später Beiträge für LinkedIn. Danach laufen die Einreichungen für Konferenzen, deren Antworten Wochen oder Monate brauchen, und in dieser Wartezeit halten Podcast-Auftritte dich sichtbar. Die erste Aufnahme dient zudem als Hörprobe, wenn ein Veranstalter wissen will, wie du sprichst.

Diese Arbeit übernimmt Stage Starter für dich: Wir finden die passenden Calls, schreiben die Einreichung und reichen ein, danach fassen wir nach und begleiten dich bis zur Bühne. Von dir brauchen wir dein Fachwissen und die einmalige Freigabe von Vortrag und Abstracts vor dem Start, die Freigabe jeder einzelnen Einreichung entfällt. Die Zusammenarbeit startet ab 990 € netto im Monat, und wer vorher einen schriftlichen Fahrplan möchte, beginnt mit dem Speaker Audit ab 2.000 € netto, der bei Beauftragung der Agentur angerechnet wird. Über jede Einreichung entscheidet das Programmkomitee, weshalb keine Agentur eine Zusage garantieren kann.

Häufige Fragen

Bringt ein Podcast-Auftritt als Experte Kunden?

Ein Podcast-Auftritt bringt Kunden, wenn die Hörer zu deiner Zielgruppe gehören und sich jemand nach der Folge meldet. Er wirkt über Bekanntheit und Vertrauen, direkte Gespräche entstehen seltener. Frag die Redaktion vor der Zusage, aus welchen Branchen die Hörer kommen.

Was bringt mehr Aufträge, ein Vortrag oder ein Podcast?

Im B2B bringt ein Vortrag auf einer Fachkonferenz mehr Aufträge, weil das Publikum im selben Raum sitzt und dich nach dem Vortrag ansprechen kann. Ein Podcast bringt Sichtbarkeit und Vertrauen. Fehlen dir Gespräche mit Entscheidern, ist die Bühne der stärkere Weg, fehlt dir Bekanntheit in einem neuen Feld, der Podcast der schnellere.

Wie komme ich als Experte in einen Podcast?

Du schreibst die Redaktion eines Branchenpodcasts direkt an und erklärst in zwei Sätzen, was die Hörer von deinem Thema haben. Eine Hörprobe oder ein Mitschnitt eines Vortrags hilft dabei. Zwischen Anfrage und Aufnahme vergehen oft nur wenige Wochen.

Wie finde ich passende B2B-Podcasts?

Passende B2B-Podcasts findest du über die Suche in Podcast-Apps nach deinem Branchenbegriff, über Fachmedien und Verbände, die eigene Podcasts betreiben, und über die Frage an Kunden, was sie hören. Entscheidend ist der Anteil deiner Zielgruppe unter den Hörern. Kleine Branchenpodcasts erreichen diese Zielgruppe oft genauer als reichweitenstarke Formate.

Was kostet es, als Gast in einen Podcast zu kommen?

Als eingeladener Gast zahlst du nichts. Bezahlte Gastplätze, das sogenannte Pay to Play, kosten vor allem im US-Markt bei kleineren Shows einige hundert bis rund zweitausend Dollar je Folge, bei großen Podcasts fünfstellige Beträge. Ein Fachpublikum hört solche Folgen als Werbung, wie einen gekauften Vortragsplatz auf einer Konferenz.

Wie bereite ich mich auf ein Podcast-Interview vor?

Hör vorher zwei oder drei Folgen, damit du Ton und Länge kennst, und sprich mit dem Gastgeber die Themen ab, ohne die Antworten auswendig zu lernen. Ein ruhiger Raum, ein externes Mikrofon und eine stabile Verbindung heben die Tonqualität deutlich. Halte zwei konkrete Beispiele aus deiner Arbeit bereit, denn Hörer merken sich Geschichten besser als Thesen.

Lohnt sich ein eigener Podcast statt Gastauftritten?

Ein eigener Podcast lohnt sich, wenn du über Monate regelmäßig Folgen produzieren kannst und deine Gäste selbst zu deiner Zielgruppe gehören. Der Aufwand je Folge liegt deutlich über dem eines Gastauftritts, und eine eigene Hörerschaft wächst langsam. Gastauftritte nutzen dagegen das Publikum, das ein anderer schon aufgebaut hat.

Kann ich Podcast-Auftritte und Konferenzvorträge kombinieren?

Ja, beide nutzen denselben Vortrag als Grundlage. Während Einreichungen für Konferenzen auf Antwort warten, halten Podcast-Auftritte dich sichtbar. Ein Podcast-Gespräch dient Veranstaltern zudem als Hörprobe.

Wenn du wissen willst, welche Fachkonferenzen für dein Thema in Frage kommen und wie Podcast und Bühne bei dir zusammenspielen würden, klären wir das im Erstgespräch.

Marin Niehues

Marin Niehues

Marin Niehues ist Management-Berater und internationaler Speaker. Mit Niehues Consulting begleitet er Organisationen von Scaleups bis DAX40-Konzernen, auf der Bühne hat er über 100 internationale Konferenzeinladungen gesammelt.

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